Lage und Infrastruktur

Die Gemeinde Selfkant liegt im Bundesland Nordrhein – Westfalen zwischen den Flüssen Rhein und Maas. Ihre Grenze zu den Niederlanden ist 27 Kilometer lang, während die Verbindung mit der Bundesrepublik dagegen nur 6 km breit ist. Die Westspitze der Gemeinde Selfkant reicht bis auf 6,5 km an die Maas heran.

12 Dörfer bilden auf einer Fläche von 41,890 qkm die Gemeinde Selfkant.

Havert

Wenn in Havert die Kirchenglocken läuten, ist das dem früheren Ministerpräsidenten Karl Arnold zu verdanken. Er schenkte der Bevölkerung die Glocken und half ihnen auf diese Weise beim Wiederaufbau der im Zweiten Weltkrieg zerstörten St. Gertrudis-Kirche. Erstmals im Jahre 1118 wurde die Kirche erwähnt. Das Gotteshaus stammt aus dem Jahr 1864. Ihr spätgotischer Westturm wurde im Jahr 1525 gebaut. In dieser Zeit galt Havert als Zentrum der Wiedertäuferbwegung. Zu Havert gehören neben Stein auch der ehemalige Rittersitz Haus Wammen, der erstmals 1020 erwähnt wurde und der Schwertscheidshof, der in seiner heutigen Form etwa 1665 erbaut.

Heilder

Nach der Rückgliederung am 1. August 1963 gehört das Gebiet Selfkant inkl. der Ortschaft Heilder wieder zur BRD. Es wurden die Schlagbäume abgebaut und die Zollkontrollhäuser zu Wohnhäusern umgebaut. Diese Holzbauten bestehen heute noch und tragen im Volksmund den Namen ‚Kamissebuud‘. Der Teil des Ortes Heilder, der östlich der L 410 liegt, wurde etwa 1970 abgetrennt und der Ortschaft Saeffelen zugeschlagen. Im Volksmund wird dieser Teil von Saeffelen immer noch ‚Op de Helder‘ genannt.

Im 15. Jahrhundert wird Heilder als Heylare erwähnt. Ob das Beiwort sich auf Heide bezieht, ist nicht sicher. Das Grundwort -lar könnte Weide oder Sumpf bedeute.

Hillensberg

Hillensberg ist das Bergdorf des Selfkants. In der Rangliste der höchsten Berge Deutschlands nimmt sich der Schlouner Berg mit einer Höhe von 100,4 m zwar bescheiden aus, doch die gute Aussicht Richtung Niederlande in das Maastal hinein kann sich sehen lassen. Der Weg zum einzigen Berg im Selfkant führt durch einen in seiner ursprünglichen Form noch erhaltenen Hohlweg. Die St. Michael-Kirche gilt als eine der ältesten Sakralbauten in der Region. Darauf deutet bereits das Baumaterial hin: Mergel, Feldstein, Kies, römische Dachpfannenreste.

Höngen

Die “Alte Schule Höngen” ist das Zuhause des Kulturvereins, dass im Gebäude der ehemaligen Volksschule seinen Sitz findet. Die Veranstaltungen gehen von Kunstausstellungen bis hin zu Mitsingabenden. Zugleich dient das Gebäude einer Jugendeinrichtung. Im Ort Höngen wurde vor wenigen Jahren noch durch den Gewerbeverband der Lambertusmarkt organisiert, der jährlich im Herbst stattfand.

Isenbruch

So klein die Ortschaft Isenbruch ist, so groß ist Ihre Attraktion: Westlicher als Isenbruch liegt kein Ort Deutschlands. In die Gemeinde Susteren (NL) hinein ragt der Zipfel, der Isenbruch zu dieser Berühmtheit verhilft.
Das Sumpfland um Isenbruch gab dem Ort, mundartlich Isebrook, seinen Namen. Auf den hohen Eisengehalt des Bruches deutet der Ortsname hin.

Die Isenbrucher Kapelle ist der Unbefleckten Jungfrau geweiht. Das Gotteshaus stammt aus dem 15. bis 16.Jahrhundert und ist ein gotischer Bau aus Mergelstein.

Klein- und Großwehrhagen

Klein- und Großwehrhagen liegen im Osten des Selfkantes. Im Ortsteil Großwehrhagen steht eine Kapelle aus dem Jahre 1883, die der Jungfrau Maria geweiht ist. Im Inneren befindet sich ein Rokokoaltar aus einer bereits abgerissenen Kirche. Die einzige Glocke dieser Kirche hängt in der Kapelle und wird heute noch geläutet.

Zu bemerken ist, daß bezogen auf Bevölkerungszahl hier die meisten Gewerbe zu finden sind.

Millen

Auf Schritt und Tritt lebendig wirkt die Vergangenheit in Millen. Der beschauliche Ort mit seinem historischen Ortskern spielte im Mittelalter eine führende Rolle in der Region. Beeindruckendste Zeugen der Vergangenheit sind die Kirchen, die Propstei und die Zehntscheune. Die Kirche St. Nikolaus gehört zu den kunstgeschichtlich wertvollsten Gebäuden in der Region. Chor und Apsis stammen sogar noch aus der Zeit um die Jahrtausendwende. Im Jahr 2000 feiern die Millener das 1000 jährige Bestehen ihrer Kirche. Durch die Reliquiendes heiligen Quirinius entwickelte sich Millen schon 1126 zum Wallfahrtsort.

Saeffelen

Fährt man von Heinsberg in Richtung Selfkant, erreicht man zuerst den Ort Saeffelen. Der Saeffelbach gab dem geschlossenen Haufendorf seinen Namen. Erstmals erwähnt wurde Saeffelen im Jahr 1136 als Safla. Safla ist auf eine keltische Bezeichnung für den sandigen Boden zurückzuführen, somit spricht der Ortsname für eine Siedlung aus der Keltenzeit. Eine Kapelle ist aus dem Jahre 1276 bezeugt, das alte Luzia-Patronat läßt auf ein höheres Alter schließen.

Schalbruch

Nördlich von Schalbruch befindet sich ein alter Wasserarm der Maas, aus dem die Schalbrucher früher ihr Heizmaterial bezogen. Im Bruch stachen sie Torf. Zwischen den Kriegen  wurde das unwegsame Bruchland urbar gemacht. Rund um das “Eiländchen” erstreckt sich heute in Richtung Echt (NL) ein ausgedehntes Naturschutz und Landschaftsschutzgebiet. Vor allem Wanderer und Radfahrer nutzen das Bruchland und den Wald, der sich über die Grenze hinweg auf niederländischem Boden fortsetzt, zur Erholung.

Stein

Stein liegt zwischen den Dörfern Havert und Heilder. Früher gehörte die Ortschaft Stein zum Jülicher Amt Millen. 1370 machte der Ritter von Stein sein gleichnamiges Burghaus, später auch Haus Burg genannt, zum Offenhaus des Herzog von Jülich.

Süsterseel

Für Geschichtsinteressierte bietet Süsterseel eine wahre Fundgrube. Bodenfunde weisen darauf hin, daß bereits die Kelten und Römer den Ort schätzten. Erstmalig erwähnt wurde Süsterseel im 13. Jahrhundert. Die heutige Kirche wurde im Jahr 1772 im romanischen Stil errichtet. Die Istraßer Mühle, eine Fruchtmühle, liegt zwischen Wehr und Süsterseel am Rodebach. Sie wird im Jahre 1351 als “de overste Moelen van Weer tot Ysstraeten” erwähnt. Die Erkrather Kapelle ist ein einzigartiges Schmuckstück. Nicht zuletzt ist Süsterseel eine Karnevalhochburg.

Tüddern

Bereits die Römer kannten Tüddern. Auf dem Weg von Heerlen (NL) nach Xanten kamen sie an Theudurum, dem heutigen Tüddern, vorbei. Funde weisen darauf hin, daß die Römer nicht nur an Tüddern vorbeigezogen sind. Sie siedelten sich hier auch an. Die St. Gertrudis-Kirche birgt eine der wertvollsten Kostbarkeiten dieser Region: eine Holzskulptur der Anna Selbdritt des Künstlers Jan van Stevenswert aus dem Jahre 1513. Das neue Kapellchen am Millener Weg ist ein Schmuckstück in Tüddern.

Wehr

Direkt am Rodebach gelegen liegt der Ort Wehr. Der Name Wehr erinnert an die zahlreichen Landwehren früherer Jahrhunderte. Im Gelände zwischen Wehr und der Stadt Sittard fand am 24. März 1543 eine Schlacht zwischen den Kaiserlichen Truppen und den Soldaten des Herzogs Wilhelm V. vom Herzogtum Jülich-Berg statt. Auch der Ort Wehr stand vom 23. April 1949 an unter niederländischer Auftragsverwaltung, bis schließlich am 1. August 1963 nach Zahlung von 280 Millionen D-Mark die Rückführung erfolgte.

Entlang der ehemaligen Bahnstrecke zwischen Sittard und Geilenkichen lag der Wehrer Bahnhof, der bis heute als Gaststätte erhalten blieb.

Selfkant-Verbund

     

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Montag 14.00 Uhr bis 16.00 Uhr
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Vorherige Terminabsprache ist telefonisch
(02456/4990) oder online notwendig!

Kontakt

Gemeinde Selfkant
Am Rathaus 13
52538 Selfkant - Tüddern
Tel.: +49 (0) 2456 499 - 0
Fax: +49 (0) 2456 3828
Email: info[at]selfkant.de
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